Forschung schafft Perspektiven: Syafinah Fong (DLR)
Juni 2026
Syafinah ist Doktorandin am DLR-Institut für CO₂-arme Industrieprozesse. Die gebürtige Malaysierin arbeitet seit 2023 in Zittau auf dem Gebiet der grünen Stahlherstellung.
Wer bist du und woran forschst du?
Mein Name ist Syafinah Fong. Ich komme ursprünglich aus Pahang in Malaysia. Derzeit arbeite ich als Doktorandin im Bereich der grünen Stahlherstellung in der Abteilung für kohlenstoffarme Reduktionsmittel am DLR-Institut für CO₂-arme Industrieprozesse in Zittau. Meine Arbeit umfasst die Untersuchung von Verbund-Eisenerzpellets und alternativen Reduktionsmitteln wie Biokohle, festem Kohlenstoff, Wasserstoff und biogenen Gasen. Insbesondere untersuche ich, wie all diese Faktoren das Reduktionsverhalten und die Materialeigenschaften der Pellets beeinflussen.
Warum bist du in die Region gekommen und was hat dich überzeugt, hier zu arbeiten?
Mein Weg zum DLR Zittau war nicht geplant. Während meines Abschlussprojekts an der Hochschule Zittau/Görlitz fragte mich mein Betreuer (Prof. Zschunke) nach meinen Zukunftsplänen. Ich wollte meine Forschungserfahrung vertiefen, musste mir jedoch noch vor Abschluss meines Studiums eine Stelle sichern, da ein Aufenthalt in Deutschland ohne Job schwierig und kostspielig ist. Prof. Zschunke erwähnte eine bevorstehende Zusammenarbeit mit dem DLR Zittau und fragte, ob ich schon einmal davon gehört hätte. Ich hatte mich dort zuvor für ein Praktikum beworben, jedoch keine positive Rückmeldung erhalten. Ich beschloss daher, mein Glück erneut zu versuchen und erhielt dieses Mal eine Zusage!
Wie hast du dein Ankommen erlebt und was gefällt dir am Leben in der Region?
Meine Reise nach Deutschland begann mit einem Stipendium. In 2019 war ich in Deggendorf in Bayern, um dort einen Deutschkurs zu absolvieren. Bevor ich mich an Hochschulen beworben habe, erfuhr ich, dass einige Hochschulen in Sachsen noch Diplomstudiengänge anbieten. Da die Ingenieurskammer in Malaysia ein vierjähriges Studium vorschreibt, um als Ingenieurin anerkannt zu werden, waren Diplomstudiengänge für mich am besten geeignet. Deshalb habe ich mich entschieden, nach Zittau zu kommen und dort zu studieren.
Die vergangenen sechs Jahre, die ich hier verbracht habe, haben mich tiefgreifend verändert. Da ich aus einem schnelllebigen, produktivitätsorientierten Umfeld stamme, musste ich mich an einen ruhigeren, gemächlicheren Lebensstil gewöhnen. Mit der Zeit habe ich gelernt, ein Gleichgewicht zwischen dem Streben nach meinen Zielen und Wohlbefinden zu finden. Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist, dass ich nach einem stressigen Tag gerne in der Natur rund um Zittau jogge.
Was macht die Wissenschaftsregion um Zittau/Görlitz aus deiner Sicht besonders?
Aus meiner Sicht ist die Lausitz einzigartig. Dies liegt an der unmittelbaren Nähe zwischen Forschungsinstituten und der Hochschule. Institute wie das DLR tragen beide dazu bei, ein starkes Umfeld zur Förderung junger Wissenschaftler zu schaffen. Die Zusammenarbeit wird viel einfacher, wenn alles nahe beieinander ist: Der Austausch von Geräten und Fachwissen wird über kurze Entfernungen hinweg wesentlich effizienter.
Was hat dich an der Arbeit hier besonders überrascht?
Was mich überrascht hat, war das internationale Umfeld an meinem Arbeitsplatz. Am DLR habe ich Kolleginnen und Kollegen aus vielen verschiedenen Ländern, die alle Seite an Seite mit Menschen aus der Region arbeiten. Dies trägt dazu bei, dass mein Arbeitsumfeld sowohl dynamisch als auch inspirierend ist. Ich genieße das Gefühl, von vielfältigen, brillanten Köpfen umgeben zu sein, und bin besonders dankbar für die Kolleginnen und Kollegen, die sich in unserer täglichen Arbeit gegenseitig unterstützen.
Über das DLR-Institut für CO₂-arme Industrieprozesse
Das DLR-Institut für CO2-arme Industrieprozesse in Zittau hat die Dekarbonisierung der Industrie im Fokus. Der Schwerpunkt von Forschung und Entwicklung liegt auf der Reduktion von Kohlendioxid in vielen Industriezweigen wie etwa der Papier- und Lebensmittelherstellung oder der Produktion von Aluminium. Dazu gehört auch, Kohlekraftwerke in CO2-arme Energielieferanten umzuwandeln. Ein weiterer Schwerpunkt des Institutes ist die Zusammenarbeit mit (regionalen) Industriepartnern im Rahmen des Technologietransfers sowie mit Forschungseinrichtungen.
Text: DLR
Dieses Porträt entstand in Kooperation mit dem Hi!Lusatia e.V. im Rahmen der Ausstellung „Hi!Lusatia – Forschung schafft Perspektiven“ in der Galerie Brüderstraße in Görlitz.
