Forschung schafft Perspektiven: Damar Wicaksono (CASUS)
Juni 2026
Damar Wicaksono zog nach vielen Jahren in der Schweiz 2021 nach Görlitz, um am Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) zu forschen. Aktuell arbeitet er an neuen Methoden, mit denen die Sicherheit möglicher Endlager für radioaktive Abfälle besser bewertet werden kann. Er stammt aus Indonesien, wo er in der Hochschulstadt Yogyakarta sein Bachelorstudium absolvierte. Danach folgten das Masterstudium an zwei Schweizer Topuniversitäten in Zürich und Lausanne und die Promotion in Lausanne.
Wer bist du und woran arbeitest oder forschst du?
Von meiner Ausbildung her bin ich eigentlich Ingenieur. Im Verlaufe der Zeit bin ich aus Interesse immer tiefer in mathematische Fragestellungen eingestiegen. In meiner Arbeit verbinde ich theoretische und angewandte Mathematik, um Vorhersagen zu verschiedenen wissenschaftlichen Themen zuverlässiger zu machen.
Warum bist du nach Görlitz gekommen und was hat dich überzeugt, hier zu arbeiten?
Nach Görlitz bin ich ganz klassisch über ein normales Bewerbungsverfahren gekommen. Die Stellenanzeige klang interessant und das Onlinegespräch mit meinem damaligen Chef lief auch super. In einem neu gegründeten Zentrum direkt an der Grenze zu Polen zu arbeiten fand ich auch spannend.
Wie hast du dein Ankommen in Görlitz erlebt und was gefällt dir am Leben in der Stadt?
Bei meiner ersten Ankunft in Görlitz habe ich mich wirklich wie ein Pionier am Ende der Welt gefühlt. Während es am Bahnhof noch sehr verschlafen war, wurde es Richtung Altstadt aber gleich lebendiger. Nach fünf Jahren in der Stadt kann ich mit Überzeugung sagen, dass sie für mich die richtige Größe hat: nicht zu groß und nicht zu klein. Übrigens kann ich zum ersten Mal in meinem Leben jeden Tag zu Fuß zur Arbeit gehen – ganz ohne Verkehrschaos und morgendliche Hektik. Undenkbar in Indonesien oder der Schweiz. Meine Frau hat als Lehrerin ebenfalls beruflich Fuß gefasst. Zusammen sind wir oft im Stadtpark unterwegs und das Via-Thea-Festival lasen wir uns auch nicht entgehen.
Was macht die Wissenschaftsregion um Görlitz aus deiner Sicht besonders?
Mit dem Thema Wissenschaft stellt sich die Stadt Görlitz und die Region Lausitz ein Stück weit neu auf. Als einer der ersten in dieser Aufbauphase fühlt man sich manchmal wie ein Pionier. Klar, noch ist die weltweite Sichtbarkeit noch nicht gegeben. Aber man spürt die Dynamik. Ein weitere Plus ist die hohe Offenheit und Internationalität. Hier profitiert Görlitz im Vergleich zu anderen ostdeutschen Städten dieser Größe von der Nähe zur Grenze.
Was würdest du anderen internationalen Wissenschaftlern sagen, die überlegen, nach Görlitz zu kommen?
Einfach mal herkommen und sich darauf einlassen! Man bekommt schnell eine gute und preiswerte Wohnung und nach ein paar Monaten kann man dann gut einschätzen, ob die Vorteile wie zum Beispiel der Arbeitsweg zu Fuß, die Ruhe oder das Leben in einer Doppelstadt in zwei Ländern überwiegen.
Text: Center for Advanced Systems Understanding (CASUS)
Dieses Porträt entstand in Kooperation mit dem Hi!Lusatia e.V. im Rahmen der Ausstellung „Hi!Lusatia – Forschung schafft Perspektiven“ in der Galerie Brüderstraße in Görlitz.
