Forschung schafft Perspektiven: Stella Vješnica (DZA)
Juni 2026
Stella Vješnica ist Astrophysikerin am Deutschen Zentrum für Astrophysik (DZA) in Görlitz auf dem Fachgebiet bildgebende Sensoren. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Charakterisierung von Detektorsystemen im optischen und Nahinfrarot-Bereich für die Astronomie. Darüber hinaus trägt sie zur Entwicklung der Laborinfrastruktur und der Forschungsaktivitäten bei, die zukünftige astronomische Instrumente benötigen.
Wer bist du und woran arbeitest oder forschst du?
Ich komme aus Kroatien und bin nach Deutschland gezogen, um Astrophysik an der Universität Bonn zu studieren. Dort habe ich Master of Science abgeschlossen. Ich arbeite seit mehreren Jahren in der astronomischen Instrumentierung und Detektortechnologie. Von 2021 bis 2024 habe ich am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) in den Arbeitsgruppen für Detektorsysteme und Astro-Photonik. Dort habe ich zur Entwicklung integrierter photonischer Spektrographen beigetragen und photonische Modenkonverter-Technologien und fortschrittliche Infrarotdetektorsysteme charakterisiert. Außerdem habe ich die die Tests und die Inbetriebnahme von Kameras für das 4MOST-Instrument des VISTA-Teleskop in Chile unterstützt.
Seit dem Jahr 2024 bin ich ein Teil des neu gegründeten Deutschen Zentrums für Astrophysik (DZA) in Görlitz. Hier habe ich als erste internationale Frau am Zentrum begonnen. Einer der lohnenswertesten Aspekte meiner Arbeit war der Aufbau neuer Optik- und Detektor-Labore von Grund auf. Heute unterstützen diese Labore mehrere spannende Forschungsprojekte, die sich auf die Charakterisierung sichtbarer und Nahinfrarot-Detektorsysteme für astronomische Anwendungen konzentrieren.
Warum bist du in die Region gekommen und was hat dich überzeugt, hier zu arbeiten?
Mein Umzug nach Görlitz war eng verbunden mit der Möglichkeit, für das neu gegründete DZA zu arbeiten und weiterhin mit Kollegen verbunden zu bleiben, deren wissenschaftlichen Ansatz ich schätze. Während meiner vorherigen Aufenthalte in Görlitz gefiel mir, wie viele Aspekte des Alltags in Görlitz mit kurzen Wegen verbunden sind, während die Stadt zugleich eine reiche kulturelle und historische Atmosphäre bietet. Die Chance, von Anfang an zum Aufbau einer neuen wissenschaftlichen Institution beizutragen, war besonders motivierend.
Wie hast du dein Ankommen in der Lausitz erlebt und was gefällt dir am Leben in Städten wie Görlitz?
Die Eingewöhnung in der Lausitz war unkompliziert und verlief einladend. Ein Aspekt, der mir besonders auffiel: Hier war es einfach, ein komfortables Alltagsleben aufzubauen. Ich schätze die kompakte Struktur von Görlitz, wo Arbeit, Einkaufen, Freizeit und kulturelle Einrichtungen alle in unmittelbarer Reichweite sind. Die Region bietet zudem attraktive Naturlandschaften, darunter Seen und Grünflächen. Darüber hinaus bieten Görlitz und Zgorzelec gemeinsam eine überraschend vielfältige internationale kulinarische Szene.
Was macht die Wissenschaftsregion Lausitz aus deiner Sicht besonders?
Die Lausitz hat großes Potenzial, als Zentrum einflussreiche wissenschaftliche und technologische Regionen in Mitteleuropa zu verbinden. Die Lausitz liegt zwischen starken Forschungszentren wie Berlin, Dresden, Prag und Breslau. Während sich weiterhin Verbindungen und Kooperationen entwickeln, kann die Lausitz zu einem Ort werden, an dem Expertisen verschiedener Disziplinen und Institutionen zusammenkommen. Das schafft Möglichkeiten für interdisziplinäre Forschung, innovative Ideen und neue wissenschaftliche Partnerschaften.
Was würdest du anderen internationalen Wissenschaftlern sagen, die überlegen, hier her zu kommen?
Ich würde Forschende, die hierherkommen, ermutigen, mit Offenheit und Neugier in die Region zu kommen. Meiner Erfahrung nach sind die Kolleginnen und Kollegen hier aufgeschlossen, unterstützend und daran interessiert, neue Verbindungen zu knüpfen. Für Forschende, die gerne neue Strukturen und Initiativen mitgestalten, bietet die Lausitz eine einzigartige Gelegenheit, Neues zu entwickeln und wachsen zu lassen.
Text: Deutsches Zentrum für Astrophysik
Dieses Porträt entstand in Kooperation mit dem Hi!Lusatia e.V. im Rahmen der Ausstellung „Hi!Lusatia – Forschung schafft Perspektiven“ in der Galerie Brüderstraße in Görlitz.
